In Wroclaw hat ein Kuenstler in der Stadt haufenweise metallener Gartenzwerge verteilt, die hier fuer einigen politischen Unmut gesorgt haben.
Am naechsten Tag war sie dann da, die Flut. Ich bin gern vor ihr gefluechtet.
Naechster halt Gdansk. Das Wetter war super, die Stimmung verdreht.
Und jetzt Masuria. Das Wetter ist super. Ich komm nach dem ganzen Zuggefahre zur Ruhe und starte heute mit meiner Entdeckungstour.
Ich sag mal, Masuren ist echt entspannt
Nachdem die Polen selbst hier schon von einer Flut und einem verregneten Mai sprechen, habe ich die Flucht in Richtung Norden angetreten. Nach der ganzen Lauferei bin ich erstmal zum Zugfahrer geworden. Von Jelinia Gora bin ich nach Wroclaw (Breslau) und dann weiter nach Gdansk (Danzig) gefahren. Ich hab also an zwei Tagen fast ganz Polen durchquert, das Wetter war aber auch schlecht.
In Breslau hatte mich der Regen nach einem Tag eingeholt. Die Stadt hat einen wunderschoen restaurierten Marktplatz und eine angenehme Atmosphaere. Wenn erstmal der beaengstigende Bahnhof hinter einem liegt, oeffnet sich eine schoene Innenstadt mit angenehmen Cafes und vielen Studenten. Ich wuerde mal sagen eine Reise wert. Hat mich etwas an Dresden erinnert.
Weiter gings von Breslau nach Danzig, einer alten Hansestadt an der Ostsee. Geburtsstadt von Guenter Krass. Naja, mein Fall ist die Stadt nicht. Viel zu viele deutsche Touristen und von der Stimmung her irgendwie falsch. Vielleicht haette ich laenger bleiben sollen. Aber mich hat es gezogen. Am naechsten Tag bin ich deswegen weiter nach Olsztyn (Allenstein) und dann Gizycko (Loetzen) gefahren. Tja und das ist jetzt das Herz von Masuren. Es ist sonnig. Der Himmel ist weit. Ich bin gestern vier Stunden gepaddelt und habe einen dezenten Sonnenbrand. Ich bleibe fuer ein paar Tage hier. Mache eine Tour. Mal sehen. Der naechste Stop und wohl auch meine naechste Nachricht wird wohl aus Litauen kommen. Mir geht es auf jeden Fall sehr gut. Ich bereue nichts und bleibe in Bewegung.
In Dresden gabs blauen Himmel. Am unteren Rand waren viele Touristen, so wie ich ungewaschen, die erspare ich euch.
Die polnischen Regionalzuege sind etwas rustikal aber funktionstuechtig.
Wenn euch jemand vorschlaegt im Mai auf die Schneekoppe zu wandern, dann haut ihm bitte einfach auf die Nase.
Eine angenehme Klippe, die Wege sind nicht wie in Deutschland befestigt und da weht ein guter Wind.
Noch ein Bild von mir. Meine Brauen waren gefroren.
Nach Jena war die naechste Station Dresden. Eine schoene Stadt, viele alte Steine und eine angenehme Neustadt. Die hat fast was von Kreuzberg. Den Dresdner Zwinger und die Opera sind sicherlich eine Reise wert, wenn man gerade auf Kultur steht. Ich bin ja zur Zeit eher ein Banause, deswegen konnte ich dem Ganzen nicht so viel abgewinnen.
Anschliessend bin ich mit dem Zug ueber Goerlitz nach Jelinia Gora, Polen, gefahren. Dort habe ich eine Nacht verbracht und bin dann ueber den Kamm des Riesengebirges gewandert. Ruebezahls Reich. Hat sich wahrscheinlich im Nebel versteckt. Den Kamm des Riesengebirges habe ich nach zwei Tagen hinter mir gelassen. Gestern bin ich bis auf die Knochen durchnaesst worden.
Mir reichts jetzt erstmal mit kalten Gefilden. Ich bin heute mit dem Zug weiter nach Wroclaw (war mal Breslau) gefahren. Morgen gehts mit dem Zug nach Gdansk (Danzig) und dann nach Masuren. Ist etwas unsportlich von mir, aber es reicht mir mit Schnee, Regen, Nebel und Kaelte. Auf zu Suempfen, Muecken und hoffentlich ein wenig Sonne. Ich melde mich.
So hab ich mich gefühlt, außer dass meine Gedärme nicht in meinem Haus mitwandern.
Wenn ihr diesen Fussabdruck im Wald findet, könnte es sein, dass ich vorbeigekommen bin.
In Thüringen habe ich mich durch mystische Landschaften bewegt. Gleich kommt Frodo um die Ecke.
Auf diesem Bild schaue ich etwas angestrengt drein. Es war oft nass und kalt. Ein Scheißmai. Echt.
Wie angekommen? Nils? Alles sauber? Also ich bin auf meinem Weg angekommen. Wildnis. Abenteuer und und und. In den letzten 14 Tage bin ich von Marburg an der Lahn (Hessen) über Eisenach (Thüringen) nach Blankenstein (Thüringen, aber eigentlich nahe der sibirischen Grenze) an der Saale gewandert. Dabei hab ich den Elisabthpfad im umgekehrter Reihenfolge und den Rennsteig in West-Ost-Richtung passiert. Es dürften zusammen gut 340 Kilometer gewesen sein. Wenn es nach meinen Füßen geht, waren es gefühlte 6000.
Jetzt mache ich einen kurzen Zwischenstop in Jena und will in den nächsten Tagen weiter Richtung Osten. Ich lasse von mir hören.
In den letzten Tagen habe ich mich ein wenig der Welt des Bastelns gewidmet. Nach einem Vorschlag aus dem DV-Rebels-Guide von Stu Maschwitz hab ich mir ein kleines Kamera-Rig gefertigt. Materialkosten liegen bei 75 Cent für die Zoll-Schraube des Kameragewindes (gibts im Photoladen) und 1,50 Euro für die MDF-Platte von der ich nur ein sechstel benötigt habe. Die Rundhölzer hatten meine Eltern noch im Keller. Die Wasserwaage war ein Werbegeschenk und geht falsch. Das Ganze hat schon mal so ganz nett geklappt. Die Musik ist vom Album L’autre endroit von Silence, dass es frei bei jamendo.com gibt. Meinen kleinen Testclip gibts hier zu sehen:
Gestern habe ich mein Zelt aufgebaut. Es ging gut und schnell. Ich werde das jetzt noch ein paar Mal üben, am Besten auch mal bei Nacht, damit ich mir darüber im klaren bin, wie sich Alles anfühlt und wo was ist. Ich hatte dann auch vor gestern Nacht draußen zu schlafen, um mich an die Geräusche und die Kälte zu gewöhnen. Gestern Abend um sieben viel dann der Hammer für mich und ich bin eingeschlafen, in meinem Bett, mit Kleidung. Heute morgen war dann Raureif auf dem Zelt. Scheinbar war es doch kälter als von mir erwartet. Ich glaube ich schlafe noch ein paar Nächte drinnen. Muss ja jetzt auch noch nicht sein.