Nachrichten aus Memelland

16. Jazz Festival in Klaipeda. Auf dem selben Platz versprachen die Nazis den Litauen Alles, heute Jazz, sehr beruhigend.

16. Jazz Festival in Klaipeda. Auf dem selben Platz versprachen die Nazis den Litauen Alles, heute Jazz, sehr beruhigend.

Konstruktivistischer Versuch einer Religionsaustreibung. Wer bei solchen Gotteshaeusern nicht die Flucht ergreift hat gewonnen.

Konstruktivistischer Versuch einer Religionsaustreibung. Wer bei solchen Gotteshaeusern nicht die Flucht ergreift hat gewonnen.

Invasion from Rentnerplanet. Eine metallene Stadt spuckt verseuchte Massen aus.

Invasion from Rentnerplanet. Eine metallene Stadt spuckt verseuchte Massen aus.

Stell dir vor, du bist ein Zwerg und wanderst durch die Mooswaelder auf dem kurischen Haff. (klickbar)

Stell dir vor, du bist ein Zwerg und wanderst durch die Mooswaelder auf dem kurischen Haff. (klickbar)

Gigantische Pollenstauden warten darauf, geflueckt zu werden. (klickbar)

Gigantische Pollenstauden warten darauf, geflueckt zu werden. (klickbar)

Es ist flausch und weich und laedt zum Verweilen ein. (klickbar)

Es ist flausch und weich und laedt zum Verweilen ein. (klickbar)

Litauischer Freizeitpark mit Privatbrauerei. Es gibt viel Holz, Steine und ungefiltertes Bier.

Litauischer Freizeitpark mit Privatbrauerei. Es gibt viel Holz, Steine und ungefiltertes Bier.

Sommersitz von Thomo Manno vor dem Ansturm der deutschen Rentnerhorden.

Sommersitz von Thomo Manno vor dem Ansturm der deutschen Rentnerhorden.

So sieht sie aus, die Duenenlandschaft. Hinten am Horizont sonnt sich der Russe und Europa endet.

So sieht sie aus, die Duenenlandschaft. Hinten am Horizont sonnt sich der Russe und Europa endet.

Ich vor Duene mit Ostsee. Der Bart waechst und ist recht bequem.

Ich vor Duene mit Ostsee. Der Bart waechst und ist recht bequem.

Meine Reise geht am Freitag weiter Richtung Riga. Ich hab momentan Internet, da moechte ich euch gern ein paar Eindruecke aus Klaipeda mitgeben. Auf der Busfahrt von Kaunas nach Klaipeda habe ich einen Litauen kennen gelernt, Romualdas. Wir haben uns auf der Fahrt ueber wahre und zeitlose Dinge unterhalten. Musik, Kunst, Design. Er hat mir angeboten bei ihm zu uebernachten, ich hab ja gesagt. Jetzt verbringen wir die Tage mit reden, Bier trinken und ich als guter Tourist erkunde natuerlich die Gegend.
Direkt vor der Ostseekueste Klaipedas liegt das kurische Haff. Dies ist eine Landzunge, die das Memeldelta vor der Ostsee abschirmt. Vor zwei Tagen hab ich mir ein Fahrrad ausgeliehen und bin auf dem Haff Richtung Nida geraddelt. Es geht die meisste Zeit durch ruhige Waelder und ein paar mal am Strand entlang. Leider haben die Russen in Kaliningrad an diesem Tag ihre Wettermaschine ausprobiert und es kam zu einem fuerchterlichen Wolkenbruch. Nach 28 Kilomentern musste ich umkehren und triefend nass Richtung Klaipeda fliehen.
Gestern bin ich mit Romualdas nach Palanga noerdlich von Klaipeda gefahren. Palanga ist die Sommerhochburg des Baltikums. Quasi der Ballermann. Leider war es kalt, so dass die sonnenhungrigen Touristen leider, leider nicht aus ihren Hotels kamen.
Heute habe ich einen zweiten Versuch unternommen nach Nida zu kommen, diesmal mit dem Bus. Der Russe war wohl zu ueberrascht, das Wetter war sagenhaft. In Nida habe ich eine zweistuendige Duenenwanderung auf der riesigen Parnidis Duene unternommen. Nida ist schon dreimal unter den Massen dieser Duene verschwunden und wurde immer wieder aufgebaut. Es gab auch ein bisschen Kultur. Ich hab den Sommersitz von Thomo Manno (Thomas Mann) besucht. Der Mann hatte Geschmack, auch wenn er nur zwei Jahre in seinem schmucken Haus gewohnt hat. Leider wurde das Haus nach ca. 2 Minuten meines Eintreffens von 50 deutschen Rentnern gestuermt, so dass ich eine schnelle Runde absolvierte.
Ich reise unter einem guten Stern. Litauen hat ein gutes Gefuehl. Wenn ihr vorbei schauen wollt, so koennt ihr eine Faehre von Rostock nehmen. Ich bleibe in Bewegung.

Ferien in Masuren

Mein zu Hause der letzten Zeit. Ein bisschen wie im Auenland.

Mein zu Hause der letzten Zeit. Ein bisschen wie im Auenland.

Zubrys (Wisente) im Wald bei Jeziorwskie.

Zubrys (Wisente) im Wald bei Jeziorwskie.

Ein alter deutscher Bauernhof, verlassen in den 40er Jahren. Die Natur holt sich alles zurueck.

Ein alter deutscher Bauernhof, verlassen in den 40er Jahren. Die Natur holt sich alles zurueck.

Ein eigener Teich hinterm Haus muss nicht schlecht sein.

Ein eigener Teich hinterm Haus muss nicht schlecht sein.

Eine gesprengte Bahnbruecke nahe Kruklanki. Sie wurde nie wieder aufgebaut. Noerdlich von Goldap verlaeuft die russische Grenze, dort gibt es einen Bahndamm und Bruecken, aber keine Eisenbahn mehr und das ueber bestimmt 200 km.

Eine gesprengte Bahnbruecke nahe Kruklanki. Sie wurde nie wieder aufgebaut. Noerdlich von Goldap verlaeuft die russische Grenze, dort gibt es einen Bahndamm und Bruecken, aber keine Eisenbahn mehr und das ueber bestimmt 200 km.

Ein Aegyptologe hat sich Ende des 19. Jahrhunderts nahe Rappa ein Mausoleum errichtet. Bis 1980 wusste niemand davon und es stand offen im Wald mit Sarkophagen.

Ein Aegyptologe hat sich Ende des 19. Jahrhunderts nahe Rappa ein Mausoleum errichtet. Bis 1980 wusste niemand davon und es stand offen im Wald mit Sarkophagen.

Ich. Vorgestern in Suwalki.

Ich. Vorgestern in Suwalki.

Es ist schon verwunderlich, was so passieren kann. Nach zwei Tagen in Loetzen bin ich in Richtung Osten aufgebrochen. Es war ein Tag mit durchwachsenem Wetter. Auf meiner Karte waren einige Campingplaetze eingezeichnet, aber leider waren die alle wie vom Erdboden verschluckt. Auf einer Sandpiste hinter Kruklanki war ich wieder auf der Suche nach einem Campingplatz, als von hinten ein Landrover an kam. Ich mache Platz, um in vorbei zu lassen. Der Fahrer haelt und fragt mich, wo ich hin will. “Zu einem Campingplatz”, sage ich. “Gibts nicht mehr”, meint er, aber ich koenne bei ihm uebernachten. Mmh. Ich hatte ein gutes Gefuehl und sagte ja. Die letzten sieben Tage war ich dann in Tomaszs Haus. Er ist am naechsten Tag weiter in die Mongolai zu einem Horse-Riding-Trip geflogen. Sein Vater hat mir die ganze Gegend mit dem Fahrrad gezeigt und ich hab einige Polen kennen gelernt, hab geangelt und viel gefeiert.
Es gibt hier einige alte Menschen, die schon ueber 80 sind und noch top fit. Deutsche Rentner scheint es haeufig ab 75 Jahren zu vernichten. Vielleicht speichern sie zu viele Chemikalien. In Masuren gibt es auf jeden Fall wirklich liebe Menschen und tolle Natur. Fuer mich war die Zeit wie Ferien bei meinem Opa.
Vor zwei Tagen bin ich dann in Litauen angekommen, Kaunas. Dort hab ich in einem Hostel uebernachtet. Nachts gab es ein furchtbares Gewitter. Der Strom im Hostel ist ausgefallen und die Alarmanlage lief die ganze Nacht. Dank Ohropax habe ich super geschlafen. Gestern ging es dann weiter mit dem Autobus nach Klaipeda (frueher Memel). Hier ist heute abend ein Jazz Festival und ich bin offen was passiert. Die Schwingungen sind gut :-)

Klimaflucht

Der Rathausplatz von Wroclaw. Die Stadt hat was.

Der Rathausplatz von Wroclaw. Die Stadt hat was.

In Wroclaw hat ein Kuenstler in der Stadt haufenweise metallener Gartenzwerge verteilt, die hier fuer einigen politischen Unmut gesorgt haben.

In Wroclaw hat ein Kuenstler in der Stadt haufenweise metallener Gartenzwerge verteilt, die hier fuer einigen politischen Unmut gesorgt haben.

Am naechsten Tag war sie dann da, die Flut. Ich bin gern vor ihr gefluechtet.

Am naechsten Tag war sie dann da, die Flut. Ich bin gern vor ihr gefluechtet.

Naechster halt Gdansk. Das Wetter war super, die Stimmung verdreht.

Naechster halt Gdansk. Das Wetter war super, die Stimmung verdreht.

Und jetzt Masuria. Das Wetter ist super. Ich komm nach dem ganzen Zuggefahre zur Ruhe und starte heute mit meiner Entdeckungstour.

Und jetzt Masuria. Das Wetter ist super. Ich komm nach dem ganzen Zuggefahre zur Ruhe und starte heute mit meiner Entdeckungstour.

Ich sag mal, Masuren ist echt entspannt ;-)

Ich sag mal, Masuren ist echt entspannt ;-)

Nachdem die Polen selbst hier schon von einer Flut und einem verregneten Mai sprechen, habe ich die Flucht in Richtung Norden angetreten. Nach der ganzen Lauferei bin ich erstmal zum Zugfahrer geworden. Von Jelinia Gora bin ich nach Wroclaw (Breslau) und dann weiter nach Gdansk (Danzig) gefahren. Ich hab also an zwei Tagen fast ganz Polen durchquert, das Wetter war aber auch schlecht.
In Breslau hatte mich der Regen nach einem Tag eingeholt. Die Stadt hat einen wunderschoen restaurierten Marktplatz und eine angenehme Atmosphaere. Wenn erstmal der beaengstigende Bahnhof hinter einem liegt, oeffnet sich eine schoene Innenstadt mit angenehmen Cafes und vielen Studenten. Ich wuerde mal sagen eine Reise wert. Hat mich etwas an Dresden erinnert.
Weiter gings von Breslau nach Danzig, einer alten Hansestadt an der Ostsee. Geburtsstadt von Guenter Krass. Naja, mein Fall ist die Stadt nicht. Viel zu viele deutsche Touristen und von der Stimmung her irgendwie falsch. Vielleicht haette ich laenger bleiben sollen. Aber mich hat es gezogen. Am naechsten Tag bin ich deswegen weiter nach Olsztyn (Allenstein) und dann Gizycko (Loetzen) gefahren. Tja und das ist jetzt das Herz von Masuren. Es ist sonnig. Der Himmel ist weit. Ich bin gestern vier Stunden gepaddelt und habe einen dezenten Sonnenbrand. Ich bleibe fuer ein paar Tage hier. Mache eine Tour. Mal sehen. Der naechste Stop und wohl auch meine naechste Nachricht wird wohl aus Litauen kommen. Mir geht es auf jeden Fall sehr gut. Ich bereue nichts und bleibe in Bewegung.

Winter im Riesengebirge

In Dresden gabs blauen Himmel. Am unteren Rand waren viele Touristen, so wie ich ungewaschen, die erspare ich euch.

In Dresden gabs blauen Himmel. Am unteren Rand waren viele Touristen, so wie ich ungewaschen, die erspare ich euch.

Die polnischen Regionalzuege sind etwas rustikal aber funktionstuechtig.

Die polnischen Regionalzuege sind etwas rustikal aber funktionstuechtig.

Wenn euch jemand vorschlaegt im Mai auf die Schneekoppe zu wandern, dann haut ihm bitte einfach auf die Nase.

Wenn euch jemand vorschlaegt im Mai auf die Schneekoppe zu wandern, dann haut ihm bitte einfach auf die Nase.

Eine angenehme Klippe, die Wege sind nicht wie in Deutschland befestigt und da weht ein guter Wind.

Eine angenehme Klippe, die Wege sind nicht wie in Deutschland befestigt und da weht ein guter Wind.

Noch ein Bild von mir. Meine Brauen waren gefroren.

Noch ein Bild von mir. Meine Brauen waren gefroren.

Nach Jena war die naechste Station Dresden. Eine schoene Stadt, viele alte Steine und eine angenehme Neustadt. Die hat fast was von Kreuzberg. Den Dresdner Zwinger und die Opera sind sicherlich eine Reise wert, wenn man gerade auf Kultur steht. Ich bin ja zur Zeit eher ein Banause, deswegen konnte ich dem Ganzen nicht so viel abgewinnen.
Anschliessend bin ich mit dem Zug ueber Goerlitz nach Jelinia Gora, Polen, gefahren. Dort habe ich eine Nacht verbracht und bin dann ueber den Kamm des Riesengebirges gewandert. Ruebezahls Reich. Hat sich wahrscheinlich im Nebel versteckt. Den Kamm des Riesengebirges habe ich nach zwei Tagen hinter mir gelassen. Gestern bin ich bis auf die Knochen durchnaesst worden.
Mir reichts jetzt erstmal mit kalten Gefilden. Ich bin heute mit dem Zug weiter nach Wroclaw (war mal Breslau) gefahren. Morgen gehts mit dem Zug nach Gdansk (Danzig) und dann nach Masuren. Ist etwas unsportlich von mir, aber es reicht mir mit Schnee, Regen, Nebel und Kaelte. Auf zu Suempfen, Muecken und hoffentlich ein wenig Sonne. Ich melde mich.

Endlich angekommen…

So hab ich mich gefühlt, außer dass meine Gedärme nicht in meinem Haus mitwandern.

So hab ich mich gefühlt, außer dass meine Gedärme nicht in meinem Haus mitwandern.

Wenn ihr diesen Fussabdruck im Wald findet, könnte es sein, dass ich vorbeigekommen bin.

Wenn ihr diesen Fussabdruck im Wald findet, könnte es sein, dass ich vorbeigekommen bin.

In Thüringen habe ich mich durch mystische Landschaften bewegt. Gleich kommt Frodo um die Ecke.

In Thüringen habe ich mich durch mystische Landschaften bewegt. Gleich kommt Frodo um die Ecke.

Auf diesem Bild schaue ich etwas angestrengt drein. Es war oft nass und kalt. Ein Scheißmai. Echt.

Auf diesem Bild schaue ich etwas angestrengt drein. Es war oft nass und kalt. Ein Scheißmai. Echt.

Wie angekommen? Nils? Alles sauber? Also ich bin auf meinem Weg angekommen. Wildnis. Abenteuer und und und. In den letzten 14 Tage bin ich von Marburg an der Lahn (Hessen) über Eisenach (Thüringen) nach Blankenstein (Thüringen, aber eigentlich nahe der sibirischen Grenze) an der Saale gewandert. Dabei hab ich den Elisabthpfad im umgekehrter Reihenfolge und den Rennsteig in West-Ost-Richtung passiert. Es dürften zusammen gut 340 Kilometer gewesen sein. Wenn es nach meinen Füßen geht, waren es gefühlte 6000.
Jetzt mache ich einen kurzen Zwischenstop in Jena und will in den nächsten Tagen weiter Richtung Osten. Ich lasse von mir hören.

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: