Wandern nach Lauf…

Tja, scheinbar sind doch so ein paar deutsche Eigenschaften an mir kleben geblieben. Die Freude am Wandern muss so eine sein. Von Amerikanern (US) und Asiaten verlacht und mit blankem Unverständnis gehohnbeutelt habe ich mich gestern auf den Weg nach Lauf gemacht. Von meiner Haustür aus waren das stattliche 19 Kilometer. Ok ein wirklicher Wanderer wird jetzt nur müde lächeln, aber für mich war es schon mal ganz ordentlich.

Ich durfte auf meiner großartigen Sonntag Vormittag Wanderung sogar ein paar tolle Erlebnisse machen. Auf einer Wiese habe ich eine Verlassene Siedlung der Schlümpfe entdeckt. Scheinbar waren die Schlumpfbeeren nicht mehr ergiebig genug oder es kam zu einer forcierten Relokation. Die Bausubstanz war auf jeden Fall in einem mehr als bedenklichen Zustand.

Von Verfallene Schlumpfkolonie…

Im weiteren Verlauf meiner Reise konnte ich aber dann auch neuere, vielleicht etwas zu moderne Gebäude besichtigen. Da waren die Bauten der Schlümpfe irgendwie harmonischer. Kubismus trifft Biedermann oder roter Kastenkrebs an weißem Neubautraum. “Ich schwöre Officer, ich weiß nicht wo es her kam. Ich bin morgens aufgewacht und plötzliche hatte unser schönes, weißes, neues Haus diese fiese, rote Kastenbeule…”

Von The horror is red…

Tja und so ging meine Reise weiter. Vorbei an einer hübschen Kläranlage, in der man ohne Probleme baden kann. Auch wenn einem die dreckige Bakterienbrühe bis zum Hals steht ist Rettung immer nah. Sehr beruhigend, dass in Deutschland alles so sicher ist. Da kann ich nur viel Spaß beim Baden wünschen.

Von Rettungsring am Kackbecken…

Mir ist dann nach eine Bahnschienenüberfahrt ins Auge gesprungen. Irgendein Schilderteufel hat sich hier extrem ausgelebt. Bevor man auf der anderen Seite der Brücke lebend ankommt, ist man beim Lesen der Schilder vermutlich im Gegenverkehr ums Leben gekommen.

Von Eine wirklich sichere Brücke, da lacht der TÜV…

Am Ende meiner Reise bin ich dann in Lauf angekommen. Eine wirklich knuffige Stadt, zumindest die Altstadt. Wirklich schön.

Von Auf nach Lauf…

In Lauf wird gerade das Fest der Literatur gefeiert. Deswegen auch dieser ganze, grüne Weihnachtskram. Können die dann gleich hängen lassen. Noch ein paar Lichterketten und Kugeln rein und fertig ist der Saft. Diese Laufer…
Leider ist die Altstadt komplett mit Blechschrott verseucht. Hinter jeder Ecke lauert ein Auto, dass nur darauf wartet einem in die Hacken zu beißen. Haben die Menschen an einem Sonntag nichts besseres zu tun, als mit ihren Autos durch Innenstädte zu brausen. Geht kehren. Wahrscheinlich kommt bald der Tag, an dem Menschen zur Einschulung ihren persönlichen Rollstuhl bekommen. Ich warte und lächle.
Im Ganzen ein schöner Ausflug. Was mich ein wenig deprimiert hat, ich hab so um die dreieinhalb Stunden gebraucht, zurück ging es mit der Bahn in 40 Minuten. Aber ich bin ja nicht gelaufen, um besonders schnell zu sein. Insofern war es ein entspannter Tag.
Ich hab dann noch was gelernt. Auf meinem Weg ist mir immer wieder die Abkürzung A.C.A.B. ins Auge gesprungen. Dachte ich gleich “Scheiß Gangs, müssen alles zu sprühen”. Vom Nürnberger Norden bis zur Laufer Waldbank. Ein Blick in die Relevanzgebeutelte Wiki gibt Rat. “All Cops Are Bastards“. Ist ja ok, wenn man seine Meinung wo zurück lässt, aber muss dass dann immer so ein fieses Geschmiere sein. Ich alter Nazi. Sprüht mal ordentlich.

UPDATE:
Noch ein kleines Update zu A.C.A.B. Wie der Zufall will, scheint es gerade in der Nürnberger Gegend ein ganz besonderes Verhältnis zu dieser Buchstabenfolge zu geben. Die Nürnberger Nachrichten schreiben über einen 15-jährigen Jungen, dessen A.C.A.B.-Pulli von der Polizei einkassiert wurde. Er musste frierend nach Hause wanken. Armes er.

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